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ProWein 2009

Am 29. und 30. März besuchten wir die ProWein in Düsseldorf, nach der Vin Italy in Verona und der Vin Expo in Bordeaux die dritte wichtige europäische Messe zum Thema Wein. Schon der erste Rundgang durch die Messehallen machte deutlich, deutlich, dass die Wirtschaftskrise nicht ganz spurlos an der Branche vorüber gegangen ist. So gab es doch einige Lücken in den Gängen; einige Austeller traten außerdem mit einem deutlich verkleinerten Stand an. Insbesondere in der Italien-Halle lag jedoch der Grund hierfür vor allem darin, dass sich die (größere) Vin Italy nahtlos an die Pro Wein anschließt, was viele - vor allem kleiner - Winzer vor unlösbare logistische Probleme stellt. Dennoch waren die für divino Weinhandel wichtigen Aussteller sämtlichst anwesend, und das weitere Angebot erlaubte doch den einen oder anderen interessanten Streifzug.

Andrea Casalini, unser neuer Prosecco-Lieferant aus Colbertaldo di Vidor im Veneto, nutzte unser Zusammentreffen, um uns das kommende neue Weingesetz für die Prosecco-Region zu erklären. Der jetzige Prosecco di Valdobbiadene D.O.C. wird zur D.O.C. Classico Superiore hochgestuft; der Prosecco dei Colli Trevigiani I.G.T. erhält die D.O.C. und wird so zum Qualitätswein. Natürlich ist dies eine uns unwillkommene Aufweichung des Weingesetzes (ähnlich wie seinerzeit beim Soave), die letztendlich nur den großen Produzenten hilft, ihre billige Brause mit einer höherwertigen Herkunftsbezeichnung zu versehen, denn an den Qualitätsvorgaben ändert sich - natürlich - nichts.

Francoise Antech und Muriell Claudel
Francoise Antech und Muriell Claudel

Bei Antech aus Limoux stellten uns Francoise Antech und Murielle Claudel die neuen Jahrgänge aus dem Sortiment vor. Neben deutlich verbessertem Blanquette und Chardonnay zeigten die Crémants die gewohnte, gleichbleibend hohe Qualität. Ganz besonders freuen wir uns auf eine neue Cuvée: im zweiten Jahr ist nun etwas mehr vom Crémant Rosé "Cuvée Émotion" verfügbar; dieser wundervoll erfrischende Schaumwein wird ab Mai ausgeliefert werden.

Christophe Jaume
Christophe Jaume

Ein paar Reihen in der Messehalle weiter trafen wir Christophe Jaume von Vignobles Alain Jaume aus Orange im Rhônetal. Die Verkostung bei ihm ist stets eine kleine Herausforderung; sind doch jedes Mal um die fünfzehn Weine zu würdigen und zu bewerten. Erfreulicherweise halten auch die neuen Jahrgänge das hohe Qualitätsniveau des Hauses. Wir werden also die Réserve Grand Veneur-Linie mit Weiß-, Rosé- und Rotwein, Côtes du Rhône Vilages "Les Champauvins", Viognier, Vacqueyras "La Grande Garrigue" und Châteauneuf-du-Pape weiterhin im Sortiment behalten. Unter Umständen könnte noch der Gigondas hinzu kommen, der uns diesmal auch sehr gut gefallen hat.

Signore Ricci aus Montalcino war leider nicht anwesend; dennoch hatten wir die Gelegenheit, seinen Rosso 2006 und vor allem den Brunello di Montalcino 2004 zu probieren. Wir sind von beiden Weinen begeistert, eine Meinung, die auch die Fachpresse teilt: Im Brunello-Vergleichstest der Zeitschrift Wine Spectator schaffte der Brunello 94 Punkte. Das ist, bei aller berechtigten Kritik an ausgefeilten, vereinheitlichten Bewertungssystemen, der Bereich, in dem von den meisten Konkurrenten die Luxuscuvées oder die Riservas landen.

Allgemein fällt auf, dass die Länder des ehemaligen Ostblocks vehement in den Markt drängen. Aus Kroatien, Bulgarien, Rumänien und Georgien, allen voran jedoch aus Slowenien, sind für die nächsten Jahren erheblich verbesserte Weine zu erwarten. Wiederum etwas enttäuschend war die Präsentation der deutschen Weingüter, Genossenschaften und Verbände. In den Köpfen der meisten Funktionäre wird Wein anscheinend immer noch hauptsächlich mit leutseliger Kneipengemütlichkeit und Fachwerkhaus-Jägerzaun-Loreley-Romantik assoziiert. Der oft verzweifelte Versuch, verschnarchte Marketingkonzepte "modern" oder "fesch" (und immer noch mit Weinlaub dekoriert) auzupeppen, führt eher zu Kopfschütteln, als zu wohlwollendem Kopfnicken.

Aus den Überseeländern gibt es nicht viele Neuigkeiten zu berichten; gerade aus Südafrika hätten wir uns etwas mehr erwartet.

Zur echten Entdeckungstour wurde der informelle Rundgang durch das Angebot italienischer und österreichischer Winzer. Nur soviel sei verraten: Es könnte bei divino.de demnächst interessante neue Produkte aus dem Piemont, dem Friaul, Apulien und der Steiermark geben...

Ich wünsche Ihnen allen einen guten Start in den nun endlich beginnenden Frühling!

Herzlichst Ihr

Tobias Voigt

 
 
 
 

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