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Rotweine der Toskana

Wie konnte das passieren?

Die Toskana gehört zu den ältesten Kulturlandschaften Europas; die meisten großen Völker und die wichtigsten Kunstepochen hinterließen hier Ihre Spuren. Den Etruskern, Gründern von Städten wie zum Beispiel Arezzo, Fiesole oder Volterra, folgten die Römer, denen wir, neben der ehemaligen Veteranensiedlung Florenz, unter Anderem das teilweise bis heute genutzte Straßennetz (Via Aurelia, Via Cassia, Via Clodia) zu verdanken haben. Nach der Völkerwanderung kamen die Franken in die Toskana, die das Land zur "deutschen" Markgrafschaft Tuszien machten.

Im Laufe des Mittelalters begann die Dominanz der großen Städte Pisa, Florenz und zunächst auch Siena, deren Handelsaktivität und Reichtum der Toskana einen unermesslichen Schatz an Kunstwerken der Romanik, der toskanischen Protorenaissance und der Gotik bescherte. Dazu entstanden in Florenz und in Siena die Grundlagen des modernen Bankwesens; Dante bescherte der Literaturwelt das moderne Italienisch. 

Das goldene Zeitalter der Renaissance ist untrennbar verbunden mit der Geschichte der Familie Medici, die nicht nur Künstler wie Michelangelo Buonarroti oder Giorgio Vasari förderte, sondern auch zwei Päpste (Leo X., Clemens VII.) stellte und schließlich zu Herrschern der Toskana bis ins Zeitalter der Aufklärung hinein wurde. Im gleichen Zeitraum begann der Aufstieg der beiden wichtigsten toskanischen Winzer- und Weinhändlerdynastien, der Antinori und der Frescobaldi, die heute Weingüter und Handelsniederlassungen rund um den Globus besitzen.

Durch den Reichtum vieler Familien, das hohe Bildungsniveau und den Handelskontakt mit aller Herren Länder stieg die Lebensqualität in den oberen gesellschaftlichen Schichten stark an und führte schon früh zu einer genussreichen Verfeinerung des Lebensstils. Beispielsweise konnte bis heute der Verdacht nicht aus dem Weg geräumt werden, dass der Ursprung der weltweit verehrten französischen Küchenkunst ihren Ursprung in den toskanischen Köchen hat, die Katharina von Medici 1533 als Gattin des zukünftigen französischen Königs Henri II. mit nach Paris nahm.

Den Medici folgten die Habsburger, und schließlich war Florenz sogar, noch vor Rom, für sechs Jahre (von 1865 bis 1871) Hauptstadt des neu gegründeten Staates Italien.

Als dritter Global Player der toskanischen Weinbranche gilt Castelli Banfi. Das Unternehmen ist größter Exporteur italienischer Weine in die USA und kauft mittlerweile weltweit Weingüter mit Antinori und Frescobaldi um die Wette.

Die Welt des schwarzen Hahns

Die zentrale und für den Weinbau wichtigste Landschaft der Toskana ist das Chianti-Classico-Gebiet zwischen Florenz und Siena. Das Zeichen des Consorzio del Chianti Classico, das auf jeder Flasche prangt und den Wein damit deutlich sichtbar von anderem Chianti unterscheidet, ist der Gallo Nero, der schwarze Hahn, einst Wappentier der mittelalterlichen Liga Chiantigiana, einem Zusammenschluss toskanischer Kleinstädte zum Schutz gegen die beiden großen Dauerkonkurrenten.

divino Weinhandel führt Chianti Classico von drei Weingütern, der Tenuta Le Lame in San Casciano Val di Pesa (Chianti Classico und Riserva), der Winzergenossenschaft Castelli del Grevepesa in Mercatale (Chianti Classico Clemente VII. und Riserva) sowie der Fattoria di Rignana.

Chianti ohne Classico

Neben der allgemeinen Bezeichnung Chianti D.O.C.G. existieren noch mehrere lokale Zonen rund um das Classico-Gebiet, wie zum Beispiel Chianti dei Colli Fiorentini, Chianti dei Colli Senesi und Chianti Rufina. Das Qualitätsspektrum ist groß, die besten Weine können es problemlos mit dem Classico-"Adel" aufnehmen.

Bei divino gibt es in dieser Qualitätsstufe den Chianti Pontormo von Castelli del Grevepesa.

Chianti ohne Chianti

Neben Chianti und Chianti Classico gibt es noch etliche weitere toskanische D.O.C.(G.) – Weine, die auf der Rebsorte Sangiovese basieren und im Endeffekt lokale Unterarten des Chianti darstellen, vergleichbar vielleicht mit den Eigennamen führenden Côtes-du-Rhône-Villages-Apellationen.

Hier sind zu nennen: Brunello und Rosso di Montalcino, Vino Nobile und Rosso di Montepulciano (nicht zu verwechseln mit der Rebsorte Montepulciano) sowie der Carmignano aus dem gleichnamigen Ort zwischen Florenz und Pistoia.

Die Maremma – Laboratorium der Zukunft

Die ehemalige Sumpflandschaft in der südlichen Toskana bringt im Moment quasi jährlich neue Apellationen hervor. Bekannt sind Bolgheri, Morellino di Scansano oder Montecucco.

Und sonst?

Schon seit dem zweiten Weltkrieg experimentieren viele Winzer mit anderen, vor allem französischen Rebsorten für Rotwein. Berühmteste Beispiele hierfür sind gewiss der Sassicaia aus Bolgheri und der Tignanello von Antinori. Aber auch im "normalen" Preisbereich lohnt es sich, nach Alternativen zu suchen: Sowohl Mischsätze mit Sangiovese, als auch Weine aus gänzlich anderen Rebsorten bieten Abwechslung. In unserer Auswahl finden sie den Formazione von der Tenuta Le Lame, einen Mischsatz aus jeweils 50% Sangiovese und Cabernet Sauvignon, und den aus 100% Merlot gekelterten Riccio von Rignana.

 

 
 
 
 

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