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Zur Weinlese bei den Colmants

Zur Weinlese bei den Colmants


"Hast Du während der Weinlese überhaupt Zeit für einen Besuch?" habe ich Jean-Philippe Colmant im Vorfeld gefragt. "Klar, habe ich - wenn Ihr früh genug aufsteht!" war seine prophetische Antwort. 


Hier kommen die Bläschen in den Wein - auf afrikanisch: MCC!
Hier kommen die Bläschen in den Wein - auf afrikanisch: MCC!

Die Colmants, also Jean-Philippe, seine Frau Isabelle und die drei Kinder, sind anfangs des neuen Jahrtausends von Belgien nach Südafrika ausgewandert. 2005 wurde das Weingut auf einem Teil des Geländes der jahrhundertealten Fruchtfarm "La Motte" in Franschhoek gegründet. Die erste Weinlese fand 2006 statt. Der Plan: Schaumweinherstellung nach der traditionellen Methode mit Flaschengärung, in Südafrika "Méthode Cap Classique" oder kurz "MCC" genannt.


Neben dem Brut Tradition aus Chardonnay und Pinot Noir werden neuerdings noch ein Rosé und ein Blanc de Blancs bereitet - beide Schaumweine jedoch nur in homöopathischen Mengen und daher bis zum Exporttermin stets ausverkauft. Alle Weine lehnen sich stilistisch stark an Champagner an, sind jedoch säureärmer und damit etwas bekömmlicher. 


Die drei von der "Tankstelle"
Die drei von der "Tankstelle"

Beim Weinbau hat sich Jean-Philippe von Paul Wallace, Eigentümer des bei divino Weinhandel neuerdings ebenfalls vertetenen Projekts "Elgin Vintners", beraten lassen. Im Keller hilft der französische Önologe Nicolas Follet, Spross des Champagnerhauses Follet-Ramillon, mit. 


Als wir nachmittags zum ersten kurzen Besuch eintrafen, spielte Jean-Philippe gerade mit Mister von Armin Junior, Winemaker bei Haute Cabrière, Tennis. Nicolas hielt ein Schläfchen und Isabelle war Einkaufen. Hier wird ja hart gearbeitet, dachten wir! Als wir kurze Zeit später bei einem Gläschen Colmant Rosé saßen, klärte und Jean-Philippe darüber auf, dass, wegen der Sommerhitze, die Arbeit in den frühen Morgenstunden verrichtet wird. 


die empfindlichen Trauben lagern bis zur Pressung im Kühlraum
die empfindlichen Trauben lagern bis zur Pressung im Kühlraum

Also erschienen wir am nächsten Tag gegen halb sechs in der Früh auf dem Weingut. Die Arbeiter waren bereits mit der Chardonnay-Lese beschäftigt und das Kühlhaus hatte sich schon ordentlich gefüllt - Zeit für die erste Pressung! 


Die Presse wird vorsichtig von den Arbeitern befüllt
Die Presse wird vorsichtig von den Arbeitern befüllt

Zunächst wurde die aus Italien importierte Traubenpresse noch einmal akribisch gereinigt. Danach befüllten die Arbeiter schichtweise den großen Behälter mit dem empfindlichen Lesegut. Wichtig ist dabei, die Weinbeeren auf keinen Fall vor dem Pressen zu beschädigen, damit keine unkontrollierte Gärung einsetzt. 


Von jeder Pressung werden Proben genommen
Von jeder Pressung werden Proben genommen

Während der ersten Pressung erklärte uns Nicolas dann anhand seiner Probensammlung seine Arbeit. Von jeder Pressung, die zunächst in separate Tanks abgefüllt wird, nimmt er eine Probe. Anhand von Zuckergehalt, Stoffdichte und Farbe bestimmt er dann Qualität und Charakter der jeweiligen Moste. So kann er sehen, welcher Most sich überhaupt für die Schaumweinherstellung eignet, welcher spätere Grundwein im Barrique ausgebaut wird und auf welche prozentuale Zusammensetzung die Cuvée am Ende ungefähr hinauslaufen wird. 


Tankreinigung: hier putzt noch der Chef!
Tankreinigung: hier putzt noch der Chef!

A propos Tank: einer der Stahlbehälter, in denen später die Moste zu Grundweinen vergoren werden, war noch nicht gereinigt worden, daher sprang Jean-Philippe kurzerhand im wahrsten Sinne des Wortes ein und erledigte die Arbeit selbst. 


Gegen halb neun war es bereits so warm, dass die Arbeiter mit der Lese aufhören mussten. Wir setzten uns zum Frühstück zusammen, nur die Traubenpresse lief langsam weiter und Nicolas nahm die erste Probe - wie jeden Morgen Ende Januar in Franschhoek. 

 
 
 
 

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