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Ein Besuch bei Antech in Limoux

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Ein Haus mit Tradition!

 

Das Weingut Georges & Roger Antech in der historischen Domaine de Flaissan befindet sich bereits in der sechsten Generation im Besitz der Familie Antech. Seit einigen Jahren wird es von Françoise Antech-Gazeau geführt. Die Weine aus Limoux sind eine Rarität: lediglich etwa ein Dutzend Betriebe keltern Blanquette und Crémant aus Mauzac, Chenin Blanc, Chardonnay und Pinot Noir in der Kleinstadt am Rande der Pyrenäen, 10 Kilometer südlich von Carcassonne gelegen. 

 

Antech produziert etwa eine Million Flaschen jährlich - das ist absolutes Minimum, um als reiner Schaumweinerzeuger wirtschaftlich zu arbeiten; dennoch ist das Unternehmen damit zweitgrößtes Weingut am Ort - nach der Genossenschaft. Schließlich ist der technische Aufwand wesentlich höher als bei der normalen Weinbereitung, außerdem verursacht die lange Reifezeit der Weine (im Schnitt ein bis zwei Jahre auf der Flasche) eine hohe Kapitalbindung.

 

 

Vom Wein zum Schaumwein

 

Die Stationen der regulären Weinherstellung waren für uns natürlich viel weniger interessant als das, was sich daran anschließt: die fertige Cuvée aus stillen Grundweinen, in Frankreich „Assemblage“ genannt, wird mit einer Lösung aus Traubenmost, Fruchtzucker und Hefe versetzt, in Flaschen abgefüllt und eingelagert. Sofort setzt eine zweite Gärung ein, die, neben etwas Alkohol, die gewünschten feinen Bläschen entstehen lässt.

 

Nachdem der Wein so nach einiger Zeit zum Schaumwein geworden ist, werden die Flaschen in den Rüttelautomaten, "Gyropalette", gehängt. Diese Maschine dreht sich in einem festgelegten Rhythmus ruckartig und stückweise zu Seite und nach oben. Nach einiger Zeit stehen die Flaschen auf dem Kopf und die Reste der zweiten Gärung, in erster Linie Hefepartikel und Schwebstoffe, befinden sich im Flaschenhals. 

 

Früher wurde diese Tätigkeit von Reaumeuren vollzogen, "Rüttler" war sogar Lehrberuf. Heute sieht man das nur noch bei Besichtigungen von Champagnerhäusern - die Kosten für das nötige Personal sind so hoch, dass der Schaumwein nicht mehr erschwinglich wäre.

 

Anschließend taucht man die Flaschenhälse ins Kältebad. Der so entstandene Pfropfen kann nun entfernt werden - eine ebenfalls sehr anstrengende Tätigkeit, die heute von exakt arbeitenden Maschinen erledigt wird.

 

Danach werden die Flaschen wieder aufgefüllt (unter anderem mit dem Liquer d'Exportation, der den Restzuckergehalt des Weines einstellt und der Cuvée den letzten Schliff verleiht, die Zusammensetzung ist natürlich ein großes Betriebsgeheimnis...), verkorkt, etikettiert und verpackt. Nach dieser Methode werden die Blanquettes und Crémants de Limoux hergestellt.

 

Eine besondere Spielart ist der fruchtsüße Blanquette de Limoux Méthode ancestrale: Hier entsteht die Kohlensäure, wie beim Prosecco Frizzante oder beim Moscato d'Asti, durch eine Nachgärung im Frühjahr - früher spontan und riskant, heute durch Temperaturregelung und Filtrierung (meistens) kontrolliert. 

 

 

Wo alles begann

 

Eine kleine Landstraße führt von Limoux zum Ursprung allen Schaumweines, der ehemaligen Benediktinerabtei Saint Hilaire. Hier wurde in der Klosterbibliothek eine Handschrift von 1531 gefunden, die eine Besonderheit des klostereigenen Weines beschreibt: im Frühjahr, sobald die Temperaturen anstiegen, fing der Wein erneut an zu gären und schäumte danach. 

 

Dementsprechend herrscht bis heute in Limoux die Ansicht vor, der berühmte Dom Perignon habe auf seiner Pilgerreise nach Santiago di Compostela in Saint Hilaire Etappe gemacht, den Mönchen bei der Schaumweinbereitung über die Schulter geschaut und, nach Reims zurückgekehrt, den flaschengärenden Champagner "erfunden". Dort ist man natürlich wiederum ganz anderer Meinung, was die historische Wahrheit betrifft... 

 

 

Antech bei divino

 

Mittlerweile ist eine große Auswahl von Antech bei divino Weinhandel erhältlich. Daher empfehle ich zuerst das Probierpaket Nr. 38 "Blanquette und Crémant de Limoux von Antech" als ganz besondere Orientierungshilfe.

 

Grundsätzich gibt es zwei Appellationen: Blanquette und Crémant de Limoux. Beim Blanquette dominiert die autochthone Rebsorte Blanquette oder Mauzac mit ihrem gut erkennbaren Aroma nach reifen Äpfeln. Chardonnay und Chenin Blanc sind in kleineren Anteilen enthalten (außer beim fruchtsüßen Méthode Ancestrale - der bsteht aus 100% Mauzac).

 

Blanquette de Limoux erhalten Sie bei divino als stahlig-eleganten Brut Nature (ohne Dosage), feinen Brut, leckeren Doux & Fruité Méthode ancestrale und als besonderen Brut Grande Réserve Magnum (1,5 Liter Flascheninhalt).

 

Beim eher klassich interpretierten Crémant de Limoux ist Chardonnay die Hauptrebsorte, begleitet von Mauzac, Chenin Blanc und bisweilen Pinot Noir.

 

Crémant de Limoux gibt es als eleganten Cuvée Eugenie (auch in der Magnum-Variante erhältlich!), erfrischend-feinfruchtigen Cuvée Émotion Rosé Brut Nature oder Brut, großartigen Cuvée Héritage und raren Cuvée Elixir - Francoises Flagship-Cuvée und ein klares Statement im Richtung Spitzenchamagner.

 

Glücklicherweise wird nicht aller Chardonnay für die Schaumweine verbraucht, so dass noch genügend Lesegut hoher Qualität für den Chardonnay Vin de Pays d'Oc übrig bleibt - einen sehr erfrischenden, unkompliziert-fruchtigen Weißwein, der in den letzten sechs Jahren von Jahrgang zu Jahrgang besser geworden ist.

 
 
 
 

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